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4. Kapitel unserer Blog-Reihe „Verliebt, verlobt, verheiratet, und dann?“ Verheiratet! Und dann?

Vorab sei hier noch einmal gesagt:
Ob die Hochzeit, das gemeinsame Kind, das Einziehen in die gemeinsame Wohnung oder die Vereinbarung: „Ab jetzt sind wir zusammen“ – Was nun die Verheiratet-Phase einläutet, ist nicht das Entscheidende. Entscheidend ist:

Was in den Verliebt-Verlobt-Verheiratet-Phasen passiert, ist völlig normal.
Wie sich das im Detail bei einem Paar ausgestaltet, ist natürlich sehr individuell und von Paar zu Paar verschieden. Aber wie schon in der Start-Folge der „Blog-Reihe Verliebt-Verlobt-Verheiratet“-geschrieben:

Ganz innen im Kern bewegen uns die gleichen elementaren Grundbedürfnisse.

Und darum passiert das, was wir bis hierhin beschreiben, in unserer Kultur so ziemlich jedem von uns, wenn wir in Beziehung zu einem anderen Menschen sind. Es ist normal. Und nichts von dem, was wir dabei tun, ist grundsätzlich falsch. Auch wenn es sich so anfühlen mag. Die Sache ist: Die Art, wie wir gelernt haben, in Beziehung zu sein, ist – im wahrsten Sinne des Wortes – schräg. Und das spüren wir erst nach und nach. Anfangs fühlt sich diese – mal mehr, mal weniger bewusste – Vereinbarung der Verheiratet-Phase noch ganz gut an:

„Du gibst mir, was ich brauche, und ich gebe Dir, was Du brauchst.“

Oft gehörte Sätze an dieser Stelle wären auch:
„Ich will Dich glücklich machen!“, und – meist dann nach ein paar Jahren Ehe oder in früheren Zeiten auch schon als Trauspruch – der zitierte Bibelspruch:
Der Eine trage des Anderen Last.“

Aber merkst Du was?
Mit diesen Sätzen legst Du den Fokus stets auf den Anderen. Ob es um Deine Bedürfnisse, oder um Dein Handeln geht: Du bist mit dem Fokus bei Deiner Partnerin oder Deinem Partner. Und damit nicht mehr bei Dir.

Anfangs spürst Du es noch nicht. Weil es sich seit der „Verlobt-Phase“ noch so anfühlt, als seiest Du in Deiner Mitte angekommen. Du und Dein Partner – Ihr stützt Euch ja gegenseitig. Und dann fühlt es sich gut, schön und stabil an.
Das Dumme ist nur: Du bist noch nicht in Deiner Mitte. Und das macht auf Dauer Probleme.

Schau Dir noch einmal das Bild an. Oder, um es noch spürbarer zu machen: stellt das Bild als Paar doch einmal in einer kleinen Körpererfahrung nach:
Legt Eure Handflächen aneinander, und stellt Eure Füße soweit zurück, ohne den Kontakt zwischen Euren Handflächen zu lösen, dass Ihr euch – jeder in Schräglage – mit den Handflächen gegenseitig stützt.

Und dann bleibt eine längere Zeit so stehen.
Vielleicht zwei Minuten, oder fünf oder sogar 15 Minuten.
Ihr werdet spüren: Irgendwann wird es anstrengend!

Irgendetwas muss sich verändern.
Du spürst (d)eine Schräglage mit der Zeit immer deutlicher.

Denn zunächst einmal fühlt es sich – je nach Temperament der Beteiligten – entweder wechselseitig so an, als wäre dein Partner für deine Schräglage verantwortlich, oder ihr habt euch in diesem Punkt darauf geeinigt, und einer von euch ist allein bereit, die gesamte Verantwortung für die Schräglage des anderen zu übernehmen.
Und spätestens ab hier wird es auf Dauer richtig unangenehm. Denn ab hier beginnen wir, vom Anderen zu fordern, einander die gefühlte Schräglage vorzuwerfen, während der Andere die Forderungen und Vorwürfe entweder erwidert, oder in den Rückzug geht.

Wenn Ihr das körperlich erfühlen wollt, probiert es einfach mal aus: Stellt noch einmal das Paar in im Bild nach, das sich anfänglich dadurch in der Mitte hält, dass es sich gegenseitig in der Schräglage stützt. Und dann fangt an, entweder zu schieben, oder zurückzuweichen. Ihr werdet merken: es wird ungemütlich und anstrengend, den Kontakt stabil zu halten!

Manche Paare halten es sehr lange in diesem Zustand aus. Insbesondere, solange beide gleichermaßen schieben, und der beidseitige Druck von Fordern und Vorwürfen für eine Balance sorgt. Oder da, wo vorläufig wieder ein scheinbares Gefühl von „In-die-Mitte-Kommen“ dadurch entsteht, dass ihr euch darauf geeinigt habt, wer der für die Schräglage vermeintlich Hauptverantwortliche ist, .

Wo es euch in der obigen Körpererfahrung bewusst werden kann, ist es euch bisher in eurem Alltag meist noch nicht bewusst:

Die Schräglage, mit der Du VOR eurer Beziehung unterwegs warst, war nie weg! Nicht in der Verliebheits-Phase, und auch nicht in der Verlobtheits-Phase!

Das Gefühl, in Deiner Mitte zu sein, ist bisher lediglich dadurch genährt worden, dass Dein Partner sehr gern Deine innere Schräglage ausgeglichen hat. Genauso, wie Du sehr gern ihre innere Schräglage ausgeglichen hast.
Auf Dauer aber macht das unweigerlich jede Beziehung statisch. Das heißt: Um die Beziehung in der Mitte zu halten, darfst Du Dich nicht verändern! Du musst statisch werden. Egal, ob Du es anstrengend findest, Druck verspürst, oder eigentlich schon nicht mehr kannst. Und das tut weh!

Hier wird dann mit hoher Wahrscheinlichkeit der alte Schmerz wieder spürbar, den du schon dein ganzes bisheriges Leben mit dir herumträgst.

Das, was uns so hollywood-romantisch als Ideal vorgegeben wird, ist – um es einmal dramatisch auszudrücken – das Ticket für die schleichende Reise in die Hölle beziehungsdynamischer Abhängigkeit, in der ein Partner den anderen für den Schmerz der eigenen inneren Schräglage verantwortlich macht. Ein Schmerz, der jedoch lange vor euerer Partnerschaft bereits da war.

Dir ist das wahrscheinlich nicht mehr bewusst. Du erinnerst Dich nur an Eure Verlobtheits-Phase, wo Du Dich so sehr verbunden mit dem Partner – und darum in deiner Mitte – gefühlt hast, wo doch „alles gut war“. Und nun macht ihr euch gegenseitig für den Schmerz verantwortlich, der jetzt spürbar wird. Oder ihr habt euch darauf geeinigt, dass einer für den Schmerz verantwortlich ist, und dieser eine stellt dafür seinen eigenen Schmerz in den Schatten.
Praktisch alle Paare, die in unsere Praxis kommen, kommen in dieser Phase.
Und die meisten Paare, die zu uns kommen, sagen dann: „Ich will, dass es wird, wie in unserer Anfangszeit.“
Und meinen eigentlich: Ich will wieder das Gefühl erleben, in meiner Mitte zu sein.

Wie das gelingen kann, davon schreiben wir in der nächsten Folge unserer Blog-Reihe „Verliebt, verlobt, verheiratet, und dann?“ an.

3. Kapitel unserer Blog-Reihe „Verliebt, verlobt, verheiratet, und dann?“ Verheiratet! Was passiert da eigentlich?

Wenn sich das so, so gut anfühlt mit dem Menschen an Deiner Seite, und das beiden so geht, dann ist es verständlich, dass Du das gerne beibehalten möchtest. Es ist verständlich, dass Ihr gerne näher zusammenrückt.

Die Verheiratet-Phase, so, wie wir sie hier meinen, tritt nicht nur ein, wenn Ihr zum Standesamt geht. Für das Gefühl, um das es bei der Verheiratet-Phase hier in diesem Buch geht, reicht schon die Vereinbarung, dass es jetzt etwas Festes zwischen Euch ist. Wie das aussieht, kann sehr unterschiedlich sein. Vielleicht zieht Ihr zusammen, vielleicht baut Ihr ein Haus, vielleicht kündigt sich ein Kind an.
Vielleicht ist es aber auch nur: Ab jetzt wollen wir regelmäßig Paar-Zeit miteinander verbringen.
All das, oder auch nur Teile davon, kann die Verheiratet-Phase ausmachen. Es geht darum, all das Schöne, womit Dich die Verlobt-Phase beschenkt, auf Dauer zu etablieren. Du möchtest Dich auch weiterhin so gut und in Deiner Mitte fühlen, wie Du es mit dem geliebten Menschen an Deiner Seite gerade erlebst. Und das am liebsten dauerhaft. Und scheinbar habt Ihr ja herausgefunden, wie das geht:
„Du gibst mir, was ich brauche, und ich gebe Dir, was Du brauchst.“

Es mag sein, dass es Dir allzu leicht fällt, Dich auf etwas Festes einzulassen. Es kann aber auch sein, dass Du ein zu oft gebranntes Kind bist, und es Dir schwerfällt, Du Dich ambivalent, also hin- und hergerissen fühlst. Aber auch dann gibt es wahrscheinlich eine Sehnsucht nach einer Beständigkeit dieses guten Gefühls, das die Verlobt-Phase mit sich bringt.
Das fühlt sich gut an, oder? Die Sicherheit, auch künftig alles zu bekommen, was Du brauchst, um Dich weiterhin gut, geliebt und in Deiner Mitte zu fühlen.Die Sache hat nur einen kleinen Haken: Schau Dir das Bild dazu an – Du bist (noch) nicht in Deiner Mitte. Du stützt Dich auf den Menschen, in den Du Dich verliebt hast, mit dem Du Dich verlobt hast, und mit dem Du Dich schließlich verheiratet hast. Eine Weile geht das gut. Und dann?
Das schauen wir uns in der nächsten Folge unserer Blog-Reihe „Verliebt, verlobt, verheiratet, und dann?“ an.

2. Kapitel unserer Blog-Reihe „Verliebt, verlobt, verheiratet, und dann?“ Verlobt! Was passiert da eigentlich?

Um es vorweg zu sagen: Wenn wir hier in diesem Buch von „Verlobt“ oder von „Verheiratet“ sprechen, so sind hier nicht die Zeremonien gemeint, bei denen Ringe verschenkt oder getauscht werden. Mit „Verlobt“, wie wir es hier verwenden, ist vielmehr die Phase gemeint, in die zwei Menschen eintreten, die sich bereits beide ineinander verliebt haben. Diese Phase ist oft getragen von Zuversicht, Freude und Vorfreude auf alles, was noch kommt. Wie lange die „Verlobt“-Phase dauert, ist individuell übrigens sehr verschieden. Ja, sie muss nicht einmal von beiden Partner gleich erlebt zu werden. Manchmal gibt es auch eine Art Wechselbad zwischen Verlobt und Verheiratet-Phase, von der wir im 3. Kapitel noch sprechen werden.

Über das Verliebt Sein, und was unsere Sehnsucht nach Erfüllung unserer elementaren Grundbedürfnisse damit zu tun hat, haben wir ja bereits im 1. Kapitel unserer Blog-Reihe „Verliebt, verlobt, verheiratet, und dann?“ gesprochen. Mit dem Verliebt-Sein scheint sich die Sehnsucht unseres Lebens zu erfüllen.

Wenn Du also verliebt bist, und Dein Gegenüber dies erwidert, ist das ein Zustand, in dem Du das Gefühl hast: Mit allem, was ich brauche, bin ich jetzt überreich beschenkt. Wo zuvor Sehnsucht war, ist nun Erfüllung. Du fühlst Dich unwiderstehlich angezogen und hast, vielleicht zum ersten Mal in Deinem Leben, das Gefühl, dass alle Deine elementaren Grundbedürfnisse befriedigt werden.

Von (d)einer Schräglage, spürst Du nichts mehr.

Du fühlst Dich rundum glücklich, zufrieden und eben: ja – zum Überfließen. Wie wunderwunderschön!
Was kann es da Schöneres geben, als dem geliebten Menschen alles zu geben, was er oder sie braucht, und Du ihr oder ihm geben kannst?
In der Verlobt-Phase, wo Du Dich durch Deinen geliebten Menschen so satt und genährt fühlst, bist Du voll und ganz offen dafür, deinem geliebten Menschen alles zu geben, was Du ihr oder ihm geben kannst. Du fühlst Dich voll und ganz in Deiner Mitte, und hast gerade darum viel Energie, mit Deinem Fokus ganz beim Anderen zu sein.
Über der „Verlobt“-Phase steht voll zugewandter Bereitwilligkeit der Satz:

„Ich gebe Dir so gerne, was Du brauchst.“

Sich so in Deiner Mitte zu fühlen, so satt, genährt und so in Deiner Kraft, dass Du gerne gibst, das ist ein Zustand, den wir am liebsten immer hätten, den wir gerne fersthalten würden.

Und darüber schreiben wir in der nächsten Folge unserer Blog-Reihe „Verliebt, verlobt, verheiratet, und dann?“

Bild zu Blogartikel Partnerschaft_21. Kapitel unserer Blog-Reihe „Verliebt, verlobt, verheiratet, und dann?

Ganz klar: Wenn Du Dich verliebst, spürst Du eine große Anziehung.
Aber wie kommt diese Anziehung eigentlich zustande? Sicherlich spielen Hormone und spezielle Botenstoffe usw. dabei eine Rolle. Dazu gibt es eine Menge ziemlich unromantischer biologischer Fakten. Aber darum soll es hier einmal nicht gehen.
Denn in wen, bzw. in was wir uns verlieben, hat meist auch ganz viel mit uns selbst und unserer eigenen Vorgeschichte zu tun:

Die allermeisten Menschen in unserer Kultur machen als Kinder die Erfahrung, in ihren elementaren Grundbedürfnissen des Sich-Gesehen-Fühlens, der Bindung und der Autonomie mehr oder eben weniger gut genährt aufwachsen zu dürfen.
Im Idealfall würde jedes dieser drei elementaren Grundbedürfnisse in der richtigen Kindheitsphase in hinreichendem Maße genährt und befriedigt.
In diesem Idealfall wären wir dann in unserem weiteren Leben stets voll und ganz in unserer Mitte, wären im Großen und Ganzen zufrieden mit uns selbst und unserem Leben. Und wir würden einen für uns liebenswerten Menschen einfach als eine schöne Bereicherung in einem grundgenährten Leben empfinden.
(Wie das auch heute noch gelingen kann, dazu schreiben wir im 5. Kapitel: In die Liebe Kommen)

Bei den allermeisten von uns ist es aber so, dass es eben nicht immer ideal gelaufen ist. Und das ist soweit erst einmal völlig normal. Die meisten von uns haben oder hatten Eltern, die ihr Bestes gegeben haben. Aber Eltern sind ja selbst auch Menschen. Sie waren manchmal überfordert, gestresst, brauchten selbst Halt oder auch Rückzug oder Abstand von allem, haben miteinander gestritten, sind sich aus dem Weg gegangen oder haben sich um Harmonie bemüht, um nur nicht zu streiten.
Je nachdem, ob es bei uns Zuhause sehr lebendig zuging oder streng geordnet, ob wir viele Geschwister hatten oder Einzelkind waren, ob beide Eltern berufstätig waren oder wir bei einem alleinerziehenden Elternteil groß geworden sind: Die allermeisten von uns sind aus verschiedensten Gründen mindestens in einem Bereich unserer elementaren Grundbedürfnisse nicht ausreichend genährt.
Wir spüren das meist daran, dass wir eine große Sehnsucht in uns tragen. Als würde es uns innerlich irgendwohin nach vorne ziehen. So, als ob wir nicht in unserer Mitte wären, sondern unser Gewicht auf die Zehenspitzen verlagern und so durch die Welt gehen müssten. Wir laufen gewissermaßen mit einer Schräglage durch die Welt.

Dann haben wir z.B. einen großen Freiheitsdrang (Autonomie), oder wir sehnen uns so sehr nach einem warmen zweisam-kuscheligen Nest (Bindung) in unserem Leben. Manchmal auch beides gleichzeitig.

Bis wir uns verlieben: Auf einmal sehen wir einen Menschen, der alles zu verkörpern scheint, was unsere Sehnsucht stillen kann. Auf einmal scheint die Erfüllung aller Sehnsüchte zum Greifen nah!

Über der Phase des Verliebtseins steht praktisch der Satz:
„Ich sehe in dir, was ich brauche.“

Wenn wir Glück haben, empfindet dieser Mensch es umgekehrt genauso.
Wie wunderschön! Wir haben Schmetterlinge im Bauch, erleben die Erfüllung unserer Sehnsucht und fühlen uns glücklich. Wir sind verliebt!

(Wie es weitergeht, darüber schreiben wir in der nächsten Folge)

Blogbild Partnerschaft

Start unserer Blog-Reihe „Verliebt, verlobt, verheiratet, und dann?
 
Wie gelingt Partnerschaft?
Wie finden wir zueinander, ohne uns selbst zu verlieren? 
Wie kommt es eigentlich, dass wir uns in unseren Beziehung manchmal weh tun? Und was braucht es, um mich selbst, und damit auch dich, den Menschen an meiner Seite, wiederzufinden? Wie gelingt es, wieder in die Liebe zu kommen? 

All diese Fragen haben wir, Judika und Eilert, uns auch gestellt.
Besser gesagt: Das Leben, unser Zusammenleben und unsere Liebe hat uns während der inzwischen 36 Jahre Partnerschaft mit diesen Fragen in Kontakt gebracht. Wir haben uns 1989 ineinander verliebt, ohne ein konkretes Datum irgendwann verlobt und schließlich 1996 geheiratet. Wir waren gemeinsam im siebten Himmel. Wir haben tolle, kreative und bewegte Zeiten miteinander verbracht. Aber wir haben uns auch aneinander gewöhnt und aufeinander verlassen. Wir haben zwei Kinder bekommen, ein Haus gebaut, und sind irgendwann in scheinbarer Selbstverständlichkeit miteinander erstarrt. Lange Zeit ohne es überhaupt zu bemerken. Wir lebten lange Zeit scheinbar harmonisch, aber erstaunlich unverbunden aneinander vorbei.

„Verliebt, verlobt, verheiratet.“ sagt der Volksmund. 
Und dann? In unserer Kultur scheint das offensichtlich. 
Polterabend, Junggesellinnen- und Junggesellenabschied.  „Bevor wir heiraten, lassen wir noch einmal die Sau raus. Denn ab morgen sind wir nicht mehr frei.“

Wir, Judika und Eilert, waren nicht bereit, das hinzunehmen. Schon als uns ganz zu Anfang unserer Beziehung eine ältere Bekannte prophezeite: „Wenn ein Mann und eine Frau eine Beziehung anfangen, endet das immer in Krieg.“ waren wir nicht bereit, das anzunehmen.
Und so haben wir uns auf den Weg gemacht, haben zwei Paartherapien gemacht. Haben uns durch Bücher inspirieren lassen. Die Bücher von David Schnarch – die Psychologie sexueller Leidenschaft, und von Eva Maria Zurhorst – Liebe dich selbst, und es ist egal, wen du heiratest, sind bis heute wichtige Steine im Fundament auch unserer Arbeit geworden.
Wir sind gemeinsam, aber auch jeder für sich, durch unsere Höllen gegangen, um schließlich nicht nur uns selbst, sondern auch einander wiederzufinden und in Liebe anzusehen. Dabei haben wir viel von dem verstanden, wie (nicht nur) unsere Beziehung funktioniert, und welche Dynamik sich zwischen zwei Menschen entfalten kann, die sich aufeinander einlassen.

Seit wir ab 2015 als inzwischen ausgebildete Paartherapeuten viele Menschen dabei begleiten, sich selbst und ihre Beziehungsdynamiken zu verstehen, haben wir immer wieder sehr ähnliche Muster darin beobachten können, wie Paare sich finden, sich aufeinander einlassen und miteinander in die Krise geraten. 
Mit dem von uns entwickelten „Verliebt-verlobt-verheiratet“-Modell wird nachvollziehbar, wie Paare in die Krise kommen, und auch, dass nichts daran falsch ist. Vielmehr folgt jeder Teil einer Partnerschaft darin einer ganz normalen Entwicklung.

Heute sind wir nun soweit, unsere Erfahrungen und unser Wissen leicht verständlich an dich weiterzugeben und dir Mut zu machen. Genau das wollen wir in diesem Blog tun.

Was uns dabei immer wieder begeistert ist, wie unfassbar individuell und vielfältig dieses Muster einerseits ausgestaltet wird, einfach weil wir Menschen mit unserer ganz individuellen Geschichte sind.
Andererseits sind wir aber auch gar nicht so sehr verschieden. Und das macht es so faszinierend:

Trotz dieser Vielfalt findet sich mit großer Zuverlässigkeit im Kern der allermeisten Beziehungen das gleiche Muster. Das liegt auch daran, dass uns Menschen, so wie alle Säugetiere, ganz innen im Kern die gleichen elementaren Grundbedürfnisse bewegen
 
Und die sind gar nicht so schwer zu verstehen, denn eigentlich sind es nur drei: Bindung und Autonomie, die Grundbedürfnisse, die ganz zu Anfang unserer Kindheitsentwicklung stehen. Und noch darunter, und Voraussetzung dafür, dass Bindung und Autonomie entstehen können: Das Bedürfnis nach Gesehenwerden. Mit dem Gesehenwerden, wird das Erleben von Bindung und Autonomie nämlich überhaupt erst möglich.
Und das ist bei uns allen so.
Das schöne daran: Wenn wir das erst einmal verstanden haben, geht es nicht mehr darum, wer etwas richtig oder falsch gemacht hat. 
 
Wir haben stattdessen erlebt, erfahren, und immer wieder beobachtet, dass es gelingen kann, aus der Krise, aus den Abhängigkeiten herauszukommen und in gesunder Eigenständigkeit eine neue und tiefere Verbundenheit wachsen zu lassen.

Bei uns selbst ebenso wie in unserer Arbeit mit Paaren haben wir erfahren, wie viel leichter es fällt, sich selbst und einander zu verstehen, wenn die Ebene unserer Bedürfnisse bewusst ist.
Wir wissen, dass es möglich ist, miteinander in die Liebe zu kommen und einander aus frei willigen Herzen zuzuwenden. Und wenn wir das zugrunde liegende Muster, die Dynamik in der Beziehung erst einmal verstehen, ist es gar nicht mehr so schwer.
In den kommenden Folgen unseres Blogss findest Du
– jede Phase der Verliebt-Verlobt-Verheiratet-Modells erklärt, und die Phasen auf dem Weg durch und schließlich aus der Krise in eine neue und tiefere Verbundenheit durch Eigenständigkeit 


So kannst Du
– leicht verständlich in wenigen Abschnitten nachvollziehen, wie sich langjährige Beziehungen und Partnerschaften in den meisten Fällen entwickeln,
– und Impulse zum eigenständigen Bearbeiten und Integrieren für dich mitnehmen
 
Wir freuen uns, wenn wir Dich und Euch ermutigen können, Euch mit frei willigen Herzen einander zuzuwenden.