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7. Kapitel unserer Blog-Reihe „Verliebt, verlobt verheiratet – und dann?“
Zu sich selbst kommen.
In der letzten Folge haben wir davon gesprochen, dass der wichtige erste Schritt ist, die Verantwortung für die eigenen Bedürfnisse zu sich selbst zu nehmen. Wenn Du diesen ersten Schritt gemacht hast, wird es nochmal herausfordernd. Denn jetzt spürst Du Deine alte Schräglage noch einmal, oder vielleicht zum ersten Mal, bewusst und sehr intensiv. Da ist es gut, erst einmal tief durchzuatmen, sich innerlich auf die Schulter zu klopfen und sich zu sagen: Den ersten Schritt habe ich getan. Und auch, wenn ich noch nicht weiß, wie ich es machen werde: es ist gut, dass ich ab jetzt gut für mich sorge.

Jetzt ist die Zeit des Wahrnehmens und Spürens. -Wie fühlt es sich an, nachdem ich losgelassen habe? Wie stark ist deine Schräglage eigentlich noch?

„Ich sehe, wo ich stehe. Ich nehme meine Gefühle und Bedürfnisse wahr und benenne sie. Ich beginne, für mich selber zu sorgen.“

Es kann übrigens sein, dass du überrascht feststellst, dass du in Deinem Leben bereits viele Kompetenzen entwickeln konntest, deine Bedürfnisse zu leben. Du hast sie vielleicht nur noch nie innerhalb deiner Beziehung angewendet.
Vielleicht hast du z.B. im beruflichen Kontext schon ganz gut gelernt, dafür zu sorgen, dass Du bekommen kannst, was Du brauchst. Sei es, dass Du Bescheid gibst, dass du einen neuen Monitor brauchst, weil der alte den Geist aufgibt. Vielleicht hast Du Glück, und dein Bedürfnis kann umgehend gestillt werden. Vielleicht ist aber auch so schnell kein neuer Monitor verfügbar, und dann wird sich sicher erst einmal eine andere Lösung finden. In jedem Fall findest du einen guten Umgang mit der Situation.
Oder du erlebst in ganz anderen Kontexten – beim Sport in deinem Verein, in der Band-Probe, bei der Pflege von Angehörigen, wo auch immer – dass du deine Bedürfnisse zum Ausdruck bringen kannst, und deinen Umgang damit findest, ob und wie deinen Bedürfnissen entsprochen wird. Und vielleicht stellst Du überrascht fest, dass sich das auf deine Partnerschaft übertragen lässt. Dass Du auch in Deiner Partnerschaft Deine Bedürfnisse klar zum Ausdruck bringen kannst, und deinen Umgang damit findest, mit der Situation gut umzugehen.

Es kann aber genauso gut sein, dass deine alte Schräglage nun genauso schmerzhaft spürbar ist, wie du sie schon dein ganzes Leben empfunden hast.
Dann ist jetzt – wo du den ersten Schritt gegangen bist, wo du die Verantwortung für deine Bedürfnisse zu dir nimmst – der richtige Zeitpunkt, mit möglichst liebevollem Blick dir selbst zu begegnen. Wenn dir der liebevolle Blick auf dich selbst schwer fällt, probiere es zumindest mit einem interessiert zugewandten Blick auf dich selbst.

Jetzt ist die Gelegenheit für dich, noch einmal bewusst zu schauen: Was waren eigentlich noch einmal die herausragendsten Aspekte an deiner Partnerin/ deinem Partner, in die du dich verliebt hast? Lies dir dazu gern noch einmal das erste Kapitel „Verliebt – was passiert da eigentlich“ durch. Welches deiner elementaren Grundbedürfnisse wurde in deinem Heranwachsen möglicherweise nicht ausreichend genährt?

Statt nun wie bisher deinen Partner in die Verantwortung für deine Bedürfnisse zu nehmen, kannst du sie oder ihn nun als Wegweiser zu den in deinem Leben bisher offen gebliebenen Bedürfnissen betrachten

Vielleicht findest du heraus, dass die abenteuerlustige Art deiner Partnerin, in die du dich einst verliebt hast, viel damit zu tun hat, dass du als Kind in deinem Bedürfnis nach Autonomie, nach Lebendigkeit und Lebenslust viel Einschränkung erlebt hast. Dann kann es sein, dass du die Nähe eines abenteuerlustigen Menschen gesucht hast, um die Erfüllung dieses offen gebliebenen Bedürfnisses in dein Leben zu holen.
Vielleicht findest Du heraus, dass du an der Ruhe und Gemütlichkeit deines Partners/deiner Partnerin „angedockt hast“, einfach weil du in instabilen Verhältnissen aufgewachsen bist, und sich bei deinem Partner die Sehnsucht nach Geborgenheit und Sicherheit gestillt gefühlt hat.

Es kann sein, dass es nicht gleich offensichtlich vor dir liegt, wie genau bei dir die Zusammenhänge sind zwischen den Aspekten deines Partners, in die du dich verliebt hattest und uralter offen gebliebener Sehnsucht. In jedem Fall es lohnt sich, dieser Spur nachzugehen. Denn wenn du deine Sehnsucht kennst, kannst du dieser Spur folgen. Dann kannst du herausfinden, wie diese Sehnsucht einst entstanden ist und welche deiner elementaren Grundbedürfnisse einst zu wenig genährt worden sind.
Und das allerbeste: Du kannst neue Wege finden, SELBST der Erfüllung Deiner Sehnsüchte und Bedürfnisse nahezukommen! Ohne davon abhängig zu sein, ob Dein Partner sie Dir erfüllen kann und will.

Folge dieser Spur mit neugierigem Interesse für dich selbst und mit liebevoller Zugewandtheit. Es geht dabei nicht darum, dich eines Mangels „zu überführen“. Es geht nicht darum, zu ergründen, wo du noch nicht „richtig“ bist. Ganz im Gegenteil! Es geht dabei um den emphatischen Blick auf dein Gewordensein, die oder der du bist. Und es geht darum, herauszufinden, welche Muster, welche Überlebensstrategien dir in deinem Leben einst geholfen haben, der Nährung deiner grundlegendsten Bedürfnisse näher zu kommen. Und welche Muster, welche Vermeldungsstrategien du entwickelt hast, um der Verletzung deiner Grundbedürfnisse zu entgehen? Wie hilfreich waren sie früher? Und wie dienlich sind sie in deinem Leben heute?
Es geht hier an dieser Stelle um DICH! Dich und Deine Bedürfnisse sehen zu lernen, und vor allem würdigen zu lernen. Ja, dazu zu sagen, dass DU diese Bedürfnisse hast.
Und es geht darum, die gute Absicht für DICH zu erkennen, die hinter deinen Mustern und Strategien steckt. Denn absolut alles, was Du tust, folgt in letzter Konsequenz eine positive Absicht für dich selbst.

Denn Leben funktioniert so. Es kann gar nicht anders.

Sich das bewusst zu machen, kann dir helfen, dich nicht mehr selbst zu verurteilen oder abzuwerten für Aspekte deines Seins, für Muster, Verhalten, Eigenschaften, die sich heute als nicht mehr lebensdienlich erweisen.
Du hast sie in früheren Zeiten als die Überlebensstrategien in der Form ausgeprägt, die dir zum jeweiligen Zeitpunkt möglich waren. Sie haben dir – um es einmal drastisch auszudrücken – vielleicht sogar „den Arsch“ gerettet.
Es gibt also keinen Grund, sich für Aspekte seines Seins falsch zu fühlen.
Im Gegenteil: Du hast allen Grund, dich bei allen Aspekten deines Seins, die du erkennst, zu bedanken, dass sie dich bis hierhin getragen haben.

Dieser freundlich zugewandte Blick auf dich und die Aspekte deines Selbst, lässt dich viel leichter erkennen, welche positive Absicht für dich selbst hinter einem Muster, einem Verhalten steckt, und welches Bedürfnis sich dahinter zeigt.
Mit freundlich und neugierig zugewandtem Interesse lässt es sich viel leichter erkunden, ob alte Strategien, die früher im Rahmen deiner Möglichkeiten hilfreich waren, das heute auch noch sind, oder ob Du – der positiven Absicht für Dich selbst folgend – heute ganz andere, heute viel lebensdienlichere Strategien und Wege finden kannst, um für Deine Bedürfnisse zu sorgen.

Hast Du zum Beispiel bisher deine Ruhe und Geborgenheit darin gefunden, dass Deine Partnerin sie Dir gegeben hat, und deine alte Strategie war, ihr möglichst alles recht zu machen, damit sie dich auch weiterhin lieb hat, stellst du jetzt vielleicht fest, dass du Ruhe und Geborgenheit in dir selbst findest, indem du auch mal Nein sagst, wenn du spürst, dass du etwas nicht willst. Einfach, weil es legitim ist, etwas auch mal nicht zu wollen.

Oder wenn es die Abenteuerlust Deines Partners war, die dich hat lebendig fühlen lassen, findest du auf einmal heraus, wie viel Lebendigkeit und Autonomie darin stecken kann, einmal die Komfortzone zu verlassen.

Kurz: du wendest dich dir selbst zu, findest deine ureigenste Mitte und gehst auf diese Weise den Weg des
In die Liebe Kommens – und zwar zuerst mal für dich selbst.

Was wir dir mit großer Sicherheit sagen können: Dieser Weg führt dich in deine Mitte. Statt dich nur dadurch in deiner Mitte zu fühlen, dass jemand anderes dich in deiner Schräglage stützt, BIST du mit der Zeit immer mehr IN deiner Mitte. Dieser Weg schenkt dir wachsende Eigenständigkeit und Freiheit UND zunehmende Verbundenheit.

Denn dieser Weg macht es dir möglich – vielleicht wie nie zuvor – deine Partnerin/deinen Partner ganz zu sehen.
Und sogar: dich in ihr/ihm wiederzukennen.

Davon sprechen wir in der nächsten Folge unserer Blog-Reihe „Verliebt, verlobt, verheiratet, und dann?“

 

Blogbeitrag 6_Langsame Befreiung aus der Pattsituation

6. Kapitel unserer Blog-Reihe „Verliebt, verlobt verheiratet – und dann?“
Langsame Befreiung aus der Pattsituation.
In der letzten Folge haben wir davon gesprochen, dass sich Wachstum in der Beziehung wie eine Trennung anfühlen kann. Und in gewissem Sinne stimmt das. Denn die bisherige Vorstellung loszulassen, wie Beziehung funktioniert, kann weh tun. Im Grunde genommen ist es ein Wachstumsschmerz, der in der persönlichen Entwicklung auch ein natürlicher Prozess ist, den die meisten Menschen früher oder später durchlaufen.
Bildlich gesprochen geht es darum, sich nicht mehr auf den anderen zu stützen, sondern stattdessen nach und nach eine innere Haltung zu finden, in der Du eigenständig und ohne große Anstrengung stehen kannst. Und dabei kann uns ein Perspektivwechsel helfen.
Wir erinnern uns: Anfangs, als Du Dich verliebt hast, war da der über allem stehende, vielleicht unbewusste Satz: „Ich sehe in Dir, was ich brauche.“ oder auch: „Du erfüllst meine Sehnsucht.“
Dass Du Dich daran erinnerst, ist wichtig! Denn in diesen Sätzen steckt ja der wertvolle Hinweis darauf, was Du für Dich brauchst, und wo bisher elementare Grundbedürfnisse in Deinem Leben offen geblieben sind! Statt Deinen Partner unausgesprochen als Erfüllungsgehilfen für Deine vielleicht noch nicht einmal wirklich bewussten Bedürfnisse zu behandeln, bietet sich jetzt die Möglichkeit für eine andere Sicht:
Dein Partner/Deine Partnerin ist ein Wegweiser zu Deinen Bedürfnissen!

Indem Du Dich an die wichtigsten Aspekte erinnerst, in die Du Dich bei ihr/ihm verliebt hast, kommst Du Deinen tiefsten Bedürfnissen auf die Spur, falls sie Dir nicht ohnehin schon bewusst geworden sind. Jenen Bedürfnissen, die Du bisher vielleicht noch am wenigsten gelebt hast.
Und hier ist die Formulierung bewusst gewählt: Du lebst. Und Du bist es, die bzw. der Deine Bedürfnisse lebt. Das macht niemand anderes für Dich.
Wie das geht – deine Bedürfnisse zu leben – davon sprechen wir ausführlich in der nächsten Folge.
Aber jetzt ist erst einmal der wichtigste Schritt, die alte Vorstellung von Beziehung loszulassen und – zumindest innerlich – Deinem Partner, Deiner Partnerin zu sagen:
„Ich höre auf, dich in die Verantwortung für meine Bedürfnisse zu nehmen. Ich nehme die Verantwortung für meine Bedürfnisse zu mir.

 

 

Beispielbild Blogartikel 5: in die Liebe kommen, Wachstum in die Eingenständigkeit
5. Kapitel unserer Blog-Reihe „Verliebt, verlobt verheiratet – und dann?“
In die Liebe kommen, Wachstum in die Eigenständigkeit.
Es ist schön, sich an die Anfangszeit zurückzuerinnern: Das Verliebtsein mit dem Gefühl: „Jetzt erfüllt sich meine Sehnsucht.“ Das Verlobt sein mit dem Gefühl: „Ich fühle mich in meiner Mitte und will Dich reich beschenken.“
Und dennoch:
Dass es wieder wird, wie in eurer Anfangszeit, das möchten wir Euch eigentlich nicht wünschen. Denn das, was Ihr nun – jede und jeder für sich, und Ihr gemeinsam als Paar – entwickeln könnt, das ist nicht die Wiederholung dessen, was Ihr einst miteinander erlebt habt. Und das ist gut so, denn sonst würdet Ihr weiterhin aus Eurer alten Schräglage heraus agieren, statt euch weiterzuentwickeln. Ihr würdet genau da landen, wo Ihr mit der Zeit in der Verheiratet-Phase gelandet seid: In einer Krise, in einer Patt-Situation oder wie auch immer Ihr die „Und dann?“-Phase nennen würdet.

Es ist wertvoll und wichtig, sich an diese Verliebt- und Verlobt-Gefühle zu erinnern, denn sie sind starke Referenzerfahrungen für das, worum es eigentlich geht: Aus dem Fühlen ins Sein zu kommen. Aus meinem Mich-in-meiner-Mitte-Fühlen“ in mein wirkliches „In-meiner-Mitte-Sein“ zu finden. Aus dem stets abhängigen „Es-erfült-sich-meine-Sehnsucht“ in mein eigenständiges „Ich-übernehme-Verantwortung-für-meine-Bedürfnisse.“ hineinzuwachsen. Aus dem Ver-liebt-Sein in die Liebe zu kommen.

Das Gemeine daran ist:

„Es fühlt sich wie Trennung an!“
…, oder zumindest kann es sich so anfühlen.
Denn tatsächlich steht jetzt eine Trennung an! Und zwar nicht von Deiner Partnerin oder Deinem Partner. Das könnt Ihr zwar machen. Aber dich lediglich vom Partner/ von der Partnerin zu trennen ist es nicht, was Dir Eigenständigkeit gibt. Wie stark emotionale Abhängigkeiten sein können, kannst Du bei ehemaligen Paaren sehen, die sich viele Jahre nach der Trennung noch im Krieg miteinander befinden.
Nein, es geht um eine andere Trennung: Es geht darum, Dich von der alten Vorstellung zu trennen, wie Beziehung funktioniert. Denn das haben wir im 4. Kapitel „Und dann?“ erkannt: Das gegenseitige Verantwortung-füreinander-Übernehmen hält Euch beide in der Schräglage gefangen.
Also geht es jetzt darum, den Fokus von Deinem Partner oder Deiner Partnerin wieder (oder vielleicht auch erstmals in Deinem Leben) auf Dich selbst zu richten.
Und es ist wahr: Die Vorstellung loszulassen, dass der eine für das Glück des anderen verantwortlich ist, kann erst einmal richtig schmerzhaft sein. Tatsächlich ist das nicht nur in Paarbeziehungen, sondern auch in der Beziehung von erwachsenen Kindern und ihren Eltern einer der größten, wenn nicht der größte Entwicklungsschritt, den Menschen auf dem Weg des „In-die-Liebe-kommens“ machen können. Es gibt viele, viele Menschen, denen dieser Schritt richtig, richtig schwer fällt.
Denn in dem Moment, wo Du loslässt, wird Dir (vielleicht erstmals in Deinem Leben) Deine innere Schräglage erst so richtig spürbar und bewusst.
Es kann unwahrscheinlich hilfreich sein, diese Schritte nicht allein zu gehen, sondern sich begleiten zu lassen. Von guten Freunden, die diesen Schritt bereits gegangen sind, ja, vielleicht sogar von professionellen Lebensbegleitern, Therapeutinnen und Therapeuten, Coaches, Seelsorger/innen, Mentor*innen oder wer auch immer geeignet und verfügbar ist.
Hier an dieser Stelle möchten wir Dir vor allem Mut machen, von alten Glaubenssätzen und Vorstellungen loszulassen, was es bedeutet, in Beziehung zu sein.
Wenn Du diesen Schritt gehst, bedeutet das nicht, aufzuhören, Deine Partnerin oder Deinen Partner zu lieben. Ganz im Gegenteil: es bedeutet, über das Ver-liebt-Sein hinaus ins Lieben zu wachsen. Deinen Partner nicht nur als Antwort auf Deine Sehnsucht zu sehen, sondern als ganzen liebenswerten Menschen. Wenn es Dir gelingt, eigenständig in Deine Mitte zu kommen, also wirklich mehr und mehr in Deiner Mitte zu sein, hast Du plötzlich Energie zur freien Verfügung, die vorher im Ausbalancieren eurer beiderseitigen Schräglagen gebunden war.
Plötzlich wird es Dir möglich, Deine Partnerin/ Deinen Partner in einem ganz neuen Licht zu sehen:
Sie oder ihn wahrzunehmen, wie sie/er ist. Dein Gegenüber mit allen Licht- und Schattenseiten zu sehen, anzusehen, anzuerkennen und zu würdigen, ein Ja zu ihr/zu ihm zu haben, weil Du ein klares Ja zu Dir selbst hast, Dich selbst siehst, anerkennst und würdigst. Es wird Dir möglich, in die Liebe zu kommen. Dafür lohnt es sich, durch den Schmerz zu gehen, den die Trennung, das Loslassen von alten Beziehungsvorstellungen verursacht.Wie aber kann das gelingen?
Ein Freund von uns zitiert oft den Satz: „Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn ich es ändere. Aber wenn ich nichts ändere, kann auch nichts besser werden.“
Zu allererst braucht es also erst einmal die Erkenntnis: Wenn ich so weiter mache, wie ich es bis jetzt getan habe, kann es nicht besser werden!
Es lohnt sich also wirklich, alte Beziehungsvorstellungen loszulassen!
In der nächsten Folge unserer Blog-Reihe „Verliebt, verlobt, verheiratet, und dann?“ Beschreiben wir mögliche Schritte auf dem Weg, „in die Liebe zu kommen“. 

 

Beispielbild Blogartikel 4. Verheiratet! Und dann?
4. Kapitel unserer Blog-Reihe „Verliebt, verlobt, verheiratet, und dann?“ Verheiratet! Und dann?

Vorab sei hier noch einmal gesagt:
Ob die Hochzeit, das gemeinsame Kind, das Einziehen in die gemeinsame Wohnung oder die Vereinbarung: „Ab jetzt sind wir zusammen“ – Was nun die Verheiratet-Phase einläutet, ist nicht das Entscheidende. Entscheidend ist:

Was in den Verliebt-Verlobt-Verheiratet-Phasen passiert, ist völlig normal.
Wie sich das im Detail bei einem Paar ausgestaltet, ist natürlich sehr individuell und von Paar zu Paar verschieden. Aber wie schon in der Start-Folge der „Blog-Reihe Verliebt-Verlobt-Verheiratet“-geschrieben:

Ganz innen im Kern bewegen uns die gleichen elementaren Grundbedürfnisse.

Und darum passiert das, was wir bis hierhin beschreiben, in unserer Kultur so ziemlich jedem von uns, wenn wir in Beziehung zu einem anderen Menschen sind. Es ist normal. Und nichts von dem, was wir dabei tun, ist grundsätzlich falsch. Auch wenn es sich so anfühlen mag. Die Sache ist: Die Art, wie wir gelernt haben, in Beziehung zu sein, ist – im wahrsten Sinne des Wortes – schräg. Und das spüren wir erst nach und nach. Anfangs fühlt sich diese – mal mehr, mal weniger bewusste – Vereinbarung der Verheiratet-Phase noch ganz gut an:

„Du gibst mir, was ich brauche, und ich gebe Dir, was Du brauchst.“

Oft gehörte Sätze an dieser Stelle wären auch:
„Ich will Dich glücklich machen!“, und – meist dann nach ein paar Jahren Ehe oder in früheren Zeiten auch schon als Trauspruch – der zitierte Bibelspruch:
Der Eine trage des Anderen Last.“

Aber merkst Du was?
Mit diesen Sätzen legst Du den Fokus stets auf den Anderen. Ob es um Deine Bedürfnisse, oder um Dein Handeln geht: Du bist mit dem Fokus bei Deiner Partnerin oder Deinem Partner. Und damit nicht mehr bei Dir.

Anfangs spürst Du es noch nicht. Weil es sich seit der „Verlobt-Phase“ noch so anfühlt, als seiest Du in Deiner Mitte angekommen. Du und Dein Partner – Ihr stützt Euch ja gegenseitig. Und dann fühlt es sich gut, schön und stabil an.
Das Dumme ist nur: Du bist noch nicht in Deiner Mitte. Und das macht auf Dauer Probleme.

Schau Dir noch einmal das Bild an. Oder, um es noch spürbarer zu machen: stellt das Bild als Paar doch einmal in einer kleinen Körpererfahrung nach:
Legt Eure Handflächen aneinander, und stellt Eure Füße soweit zurück, ohne den Kontakt zwischen Euren Handflächen zu lösen, dass Ihr euch – jeder in Schräglage – mit den Handflächen gegenseitig stützt.

Und dann bleibt eine längere Zeit so stehen.
Vielleicht zwei Minuten, oder fünf oder sogar 15 Minuten.
Ihr werdet spüren: Irgendwann wird es anstrengend!

Irgendetwas muss sich verändern.
Du spürst (d)eine Schräglage mit der Zeit immer deutlicher.

Denn zunächst einmal fühlt es sich – je nach Temperament der Beteiligten – entweder wechselseitig so an, als wäre dein Partner für deine Schräglage verantwortlich, oder ihr habt euch in diesem Punkt darauf geeinigt, und einer von euch ist allein bereit, die gesamte Verantwortung für die Schräglage des anderen zu übernehmen.
Und spätestens ab hier wird es auf Dauer richtig unangenehm. Denn ab hier beginnen wir, vom Anderen zu fordern, einander die gefühlte Schräglage vorzuwerfen, während der Andere die Forderungen und Vorwürfe entweder erwidert, oder in den Rückzug geht.

Wenn Ihr das körperlich erfühlen wollt, probiert es einfach mal aus: Stellt noch einmal das Paar in im Bild nach, das sich anfänglich dadurch in der Mitte hält, dass es sich gegenseitig in der Schräglage stützt. Und dann fangt an, entweder zu schieben, oder zurückzuweichen. Ihr werdet merken: es wird ungemütlich und anstrengend, den Kontakt stabil zu halten!

Manche Paare halten es sehr lange in diesem Zustand aus. Insbesondere, solange beide gleichermaßen schieben, und der beidseitige Druck von Fordern und Vorwürfen für eine Balance sorgt. Oder da, wo vorläufig wieder ein scheinbares Gefühl von „In-die-Mitte-Kommen“ dadurch entsteht, dass ihr euch darauf geeinigt habt, wer der für die Schräglage vermeintlich Hauptverantwortliche ist, .

Wo es euch in der obigen Körpererfahrung bewusst werden kann, ist es euch bisher in eurem Alltag meist noch nicht bewusst:

Die Schräglage, mit der Du VOR eurer Beziehung unterwegs warst, war nie weg! Nicht in der Verliebheits-Phase, und auch nicht in der Verlobtheits-Phase!

Das Gefühl, in Deiner Mitte zu sein, ist bisher lediglich dadurch genährt worden, dass Dein Partner sehr gern Deine innere Schräglage ausgeglichen hat. Genauso, wie Du sehr gern ihre innere Schräglage ausgeglichen hast.
Auf Dauer aber macht das unweigerlich jede Beziehung statisch. Das heißt: Um die Beziehung in der Mitte zu halten, darfst Du Dich nicht verändern! Du musst statisch werden. Egal, ob Du es anstrengend findest, Druck verspürst, oder eigentlich schon nicht mehr kannst. Und das tut weh!

Hier wird dann mit hoher Wahrscheinlichkeit der alte Schmerz wieder spürbar, den du schon dein ganzes bisheriges Leben mit dir herumträgst.

Das, was uns so hollywood-romantisch als Ideal vorgegeben wird, ist – um es einmal dramatisch auszudrücken – das Ticket für die schleichende Reise in die Hölle beziehungsdynamischer Abhängigkeit, in der ein Partner den anderen für den Schmerz der eigenen inneren Schräglage verantwortlich macht. Ein Schmerz, der jedoch lange vor euerer Partnerschaft bereits da war.

Dir ist das wahrscheinlich nicht mehr bewusst. Du erinnerst Dich nur an Eure Verlobtheits-Phase, wo Du Dich so sehr verbunden mit dem Partner – und darum in deiner Mitte – gefühlt hast, wo doch „alles gut war“. Und nun macht ihr euch gegenseitig für den Schmerz verantwortlich, der jetzt spürbar wird. Oder ihr habt euch darauf geeinigt, dass einer für den Schmerz verantwortlich ist, und dieser eine stellt dafür seinen eigenen Schmerz in den Schatten.
Praktisch alle Paare, die in unsere Praxis kommen, kommen in dieser Phase.
Und die meisten Paare, die zu uns kommen, sagen dann: „Ich will, dass es wird, wie in unserer Anfangszeit.“
Und meinen eigentlich: Ich will wieder das Gefühl erleben, in meiner Mitte zu sein.

Wie das gelingen kann, davon schreiben wir in der nächsten Folge unserer Blog-Reihe „Verliebt, verlobt, verheiratet, und dann?“ an.

3. Kapitel unserer Blog-Reihe „Verliebt, verlobt, verheiratet, und dann?“ Verheiratet! Was passiert da eigentlich?

Wenn sich das so, so gut anfühlt mit dem Menschen an Deiner Seite, und das beiden so geht, dann ist es verständlich, dass Du das gerne beibehalten möchtest. Es ist verständlich, dass Ihr gerne näher zusammenrückt.

Die Verheiratet-Phase, so, wie wir sie hier meinen, tritt nicht nur ein, wenn Ihr zum Standesamt geht. Für das Gefühl, um das es bei der Verheiratet-Phase hier in diesem Buch geht, reicht schon die Vereinbarung, dass es jetzt etwas Festes zwischen Euch ist. Wie das aussieht, kann sehr unterschiedlich sein. Vielleicht zieht Ihr zusammen, vielleicht baut Ihr ein Haus, vielleicht kündigt sich ein Kind an.
Vielleicht ist es aber auch nur: Ab jetzt wollen wir regelmäßig Paar-Zeit miteinander verbringen.
All das, oder auch nur Teile davon, kann die Verheiratet-Phase ausmachen. Es geht darum, all das Schöne, womit Dich die Verlobt-Phase beschenkt, auf Dauer zu etablieren. Du möchtest Dich auch weiterhin so gut und in Deiner Mitte fühlen, wie Du es mit dem geliebten Menschen an Deiner Seite gerade erlebst. Und das am liebsten dauerhaft. Und scheinbar habt Ihr ja herausgefunden, wie das geht:
„Du gibst mir, was ich brauche, und ich gebe Dir, was Du brauchst.“

Es mag sein, dass es Dir allzu leicht fällt, Dich auf etwas Festes einzulassen. Es kann aber auch sein, dass Du ein zu oft gebranntes Kind bist, und es Dir schwerfällt, Du Dich ambivalent, also hin- und hergerissen fühlst. Aber auch dann gibt es wahrscheinlich eine Sehnsucht nach einer Beständigkeit dieses guten Gefühls, das die Verlobt-Phase mit sich bringt.
Das fühlt sich gut an, oder? Die Sicherheit, auch künftig alles zu bekommen, was Du brauchst, um Dich weiterhin gut, geliebt und in Deiner Mitte zu fühlen.Die Sache hat nur einen kleinen Haken: Schau Dir das Bild dazu an – Du bist (noch) nicht in Deiner Mitte. Du stützt Dich auf den Menschen, in den Du Dich verliebt hast, mit dem Du Dich verlobt hast, und mit dem Du Dich schließlich verheiratet hast. Eine Weile geht das gut. Und dann?
Das schauen wir uns in der nächsten Folge unserer Blog-Reihe „Verliebt, verlobt, verheiratet, und dann?“ an.

2. Kapitel unserer Blog-Reihe „Verliebt, verlobt, verheiratet, und dann?“ Verlobt! Was passiert da eigentlich?

Um es vorweg zu sagen: Wenn wir hier in diesem Buch von „Verlobt“ oder von „Verheiratet“ sprechen, so sind hier nicht die Zeremonien gemeint, bei denen Ringe verschenkt oder getauscht werden. Mit „Verlobt“, wie wir es hier verwenden, ist vielmehr die Phase gemeint, in die zwei Menschen eintreten, die sich bereits beide ineinander verliebt haben. Diese Phase ist oft getragen von Zuversicht, Freude und Vorfreude auf alles, was noch kommt. Wie lange die „Verlobt“-Phase dauert, ist individuell übrigens sehr verschieden. Ja, sie muss nicht einmal von beiden Partner gleich erlebt zu werden. Manchmal gibt es auch eine Art Wechselbad zwischen Verlobt und Verheiratet-Phase, von der wir im 3. Kapitel noch sprechen werden.

Über das Verliebt Sein, und was unsere Sehnsucht nach Erfüllung unserer elementaren Grundbedürfnisse damit zu tun hat, haben wir ja bereits im 1. Kapitel unserer Blog-Reihe „Verliebt, verlobt, verheiratet, und dann?“ gesprochen. Mit dem Verliebt-Sein scheint sich die Sehnsucht unseres Lebens zu erfüllen.

Wenn Du also verliebt bist, und Dein Gegenüber dies erwidert, ist das ein Zustand, in dem Du das Gefühl hast: Mit allem, was ich brauche, bin ich jetzt überreich beschenkt. Wo zuvor Sehnsucht war, ist nun Erfüllung. Du fühlst Dich unwiderstehlich angezogen und hast, vielleicht zum ersten Mal in Deinem Leben, das Gefühl, dass alle Deine elementaren Grundbedürfnisse befriedigt werden.

Von (d)einer Schräglage, spürst Du nichts mehr.

Du fühlst Dich rundum glücklich, zufrieden und eben: ja – zum Überfließen. Wie wunderwunderschön!
Was kann es da Schöneres geben, als dem geliebten Menschen alles zu geben, was er oder sie braucht, und Du ihr oder ihm geben kannst?
In der Verlobt-Phase, wo Du Dich durch Deinen geliebten Menschen so satt und genährt fühlst, bist Du voll und ganz offen dafür, deinem geliebten Menschen alles zu geben, was Du ihr oder ihm geben kannst. Du fühlst Dich voll und ganz in Deiner Mitte, und hast gerade darum viel Energie, mit Deinem Fokus ganz beim Anderen zu sein.
Über der „Verlobt“-Phase steht voll zugewandter Bereitwilligkeit der Satz:

„Ich gebe Dir so gerne, was Du brauchst.“

Sich so in Deiner Mitte zu fühlen, so satt, genährt und so in Deiner Kraft, dass Du gerne gibst, das ist ein Zustand, den wir am liebsten immer hätten, den wir gerne fersthalten würden.

Und darüber schreiben wir in der nächsten Folge unserer Blog-Reihe „Verliebt, verlobt, verheiratet, und dann?“

Bild zu Blogartikel Partnerschaft_21. Kapitel unserer Blog-Reihe „Verliebt, verlobt, verheiratet, und dann?

Ganz klar: Wenn Du Dich verliebst, spürst Du eine große Anziehung.
Aber wie kommt diese Anziehung eigentlich zustande? Sicherlich spielen Hormone und spezielle Botenstoffe usw. dabei eine Rolle. Dazu gibt es eine Menge ziemlich unromantischer biologischer Fakten. Aber darum soll es hier einmal nicht gehen.
Denn in wen, bzw. in was wir uns verlieben, hat meist auch ganz viel mit uns selbst und unserer eigenen Vorgeschichte zu tun:

Die allermeisten Menschen in unserer Kultur machen als Kinder die Erfahrung, in ihren elementaren Grundbedürfnissen des Sich-Gesehen-Fühlens, der Bindung und der Autonomie mehr oder eben weniger gut genährt aufwachsen zu dürfen.
Im Idealfall würde jedes dieser drei elementaren Grundbedürfnisse in der richtigen Kindheitsphase in hinreichendem Maße genährt und befriedigt.
In diesem Idealfall wären wir dann in unserem weiteren Leben stets voll und ganz in unserer Mitte, wären im Großen und Ganzen zufrieden mit uns selbst und unserem Leben. Und wir würden einen für uns liebenswerten Menschen einfach als eine schöne Bereicherung in einem grundgenährten Leben empfinden.
(Wie das auch heute noch gelingen kann, dazu schreiben wir im 5. Kapitel: In die Liebe Kommen)

Bei den allermeisten von uns ist es aber so, dass es eben nicht immer ideal gelaufen ist. Und das ist soweit erst einmal völlig normal. Die meisten von uns haben oder hatten Eltern, die ihr Bestes gegeben haben. Aber Eltern sind ja selbst auch Menschen. Sie waren manchmal überfordert, gestresst, brauchten selbst Halt oder auch Rückzug oder Abstand von allem, haben miteinander gestritten, sind sich aus dem Weg gegangen oder haben sich um Harmonie bemüht, um nur nicht zu streiten.
Je nachdem, ob es bei uns Zuhause sehr lebendig zuging oder streng geordnet, ob wir viele Geschwister hatten oder Einzelkind waren, ob beide Eltern berufstätig waren oder wir bei einem alleinerziehenden Elternteil groß geworden sind: Die allermeisten von uns sind aus verschiedensten Gründen mindestens in einem Bereich unserer elementaren Grundbedürfnisse nicht ausreichend genährt.
Wir spüren das meist daran, dass wir eine große Sehnsucht in uns tragen. Als würde es uns innerlich irgendwohin nach vorne ziehen. So, als ob wir nicht in unserer Mitte wären, sondern unser Gewicht auf die Zehenspitzen verlagern und so durch die Welt gehen müssten. Wir laufen gewissermaßen mit einer Schräglage durch die Welt.

Dann haben wir z.B. einen großen Freiheitsdrang (Autonomie), oder wir sehnen uns so sehr nach einem warmen zweisam-kuscheligen Nest (Bindung) in unserem Leben. Manchmal auch beides gleichzeitig.

Bis wir uns verlieben: Auf einmal sehen wir einen Menschen, der alles zu verkörpern scheint, was unsere Sehnsucht stillen kann. Auf einmal scheint die Erfüllung aller Sehnsüchte zum Greifen nah!

Über der Phase des Verliebtseins steht praktisch der Satz:
„Ich sehe in dir, was ich brauche.“

Wenn wir Glück haben, empfindet dieser Mensch es umgekehrt genauso.
Wie wunderschön! Wir haben Schmetterlinge im Bauch, erleben die Erfüllung unserer Sehnsucht und fühlen uns glücklich. Wir sind verliebt!

(Wie es weitergeht, darüber schreiben wir in der nächsten Folge)

Blogbild Partnerschaft

Start unserer Blog-Reihe „Verliebt, verlobt, verheiratet, und dann?
 
Wie gelingt Partnerschaft?
Wie finden wir zueinander, ohne uns selbst zu verlieren? 
Wie kommt es eigentlich, dass wir uns in unseren Beziehung manchmal weh tun? Und was braucht es, um mich selbst, und damit auch dich, den Menschen an meiner Seite, wiederzufinden? Wie gelingt es, wieder in die Liebe zu kommen? 

All diese Fragen haben wir, Judika und Eilert, uns auch gestellt.
Besser gesagt: Das Leben, unser Zusammenleben und unsere Liebe hat uns während der inzwischen 36 Jahre Partnerschaft mit diesen Fragen in Kontakt gebracht. Wir haben uns 1989 ineinander verliebt, ohne ein konkretes Datum irgendwann verlobt und schließlich 1996 geheiratet. Wir waren gemeinsam im siebten Himmel. Wir haben tolle, kreative und bewegte Zeiten miteinander verbracht. Aber wir haben uns auch aneinander gewöhnt und aufeinander verlassen. Wir haben zwei Kinder bekommen, ein Haus gebaut, und sind irgendwann in scheinbarer Selbstverständlichkeit miteinander erstarrt. Lange Zeit ohne es überhaupt zu bemerken. Wir lebten lange Zeit scheinbar harmonisch, aber erstaunlich unverbunden aneinander vorbei.

„Verliebt, verlobt, verheiratet.“ sagt der Volksmund. 
Und dann? In unserer Kultur scheint das offensichtlich. 
Polterabend, Junggesellinnen- und Junggesellenabschied.  „Bevor wir heiraten, lassen wir noch einmal die Sau raus. Denn ab morgen sind wir nicht mehr frei.“

Wir, Judika und Eilert, waren nicht bereit, das hinzunehmen. Schon als uns ganz zu Anfang unserer Beziehung eine ältere Bekannte prophezeite: „Wenn ein Mann und eine Frau eine Beziehung anfangen, endet das immer in Krieg.“ waren wir nicht bereit, das anzunehmen.
Und so haben wir uns auf den Weg gemacht, haben zwei Paartherapien gemacht. Haben uns durch Bücher inspirieren lassen. Die Bücher von David Schnarch – die Psychologie sexueller Leidenschaft, und von Eva Maria Zurhorst – Liebe dich selbst, und es ist egal, wen du heiratest, sind bis heute wichtige Steine im Fundament auch unserer Arbeit geworden.
Wir sind gemeinsam, aber auch jeder für sich, durch unsere Höllen gegangen, um schließlich nicht nur uns selbst, sondern auch einander wiederzufinden und in Liebe anzusehen. Dabei haben wir viel von dem verstanden, wie (nicht nur) unsere Beziehung funktioniert, und welche Dynamik sich zwischen zwei Menschen entfalten kann, die sich aufeinander einlassen.

Seit wir ab 2015 als inzwischen ausgebildete Paartherapeuten viele Menschen dabei begleiten, sich selbst und ihre Beziehungsdynamiken zu verstehen, haben wir immer wieder sehr ähnliche Muster darin beobachten können, wie Paare sich finden, sich aufeinander einlassen und miteinander in die Krise geraten. 
Mit dem von uns entwickelten „Verliebt-verlobt-verheiratet“-Modell wird nachvollziehbar, wie Paare in die Krise kommen, und auch, dass nichts daran falsch ist. Vielmehr folgt jeder Teil einer Partnerschaft darin einer ganz normalen Entwicklung.

Heute sind wir nun soweit, unsere Erfahrungen und unser Wissen leicht verständlich an dich weiterzugeben und dir Mut zu machen. Genau das wollen wir in diesem Blog tun.

Was uns dabei immer wieder begeistert ist, wie unfassbar individuell und vielfältig dieses Muster einerseits ausgestaltet wird, einfach weil wir Menschen mit unserer ganz individuellen Geschichte sind.
Andererseits sind wir aber auch gar nicht so sehr verschieden. Und das macht es so faszinierend:

Trotz dieser Vielfalt findet sich mit großer Zuverlässigkeit im Kern der allermeisten Beziehungen das gleiche Muster. Das liegt auch daran, dass uns Menschen, so wie alle Säugetiere, ganz innen im Kern die gleichen elementaren Grundbedürfnisse bewegen
 
Und die sind gar nicht so schwer zu verstehen, denn eigentlich sind es nur drei: Bindung und Autonomie, die Grundbedürfnisse, die ganz zu Anfang unserer Kindheitsentwicklung stehen. Und noch darunter, und Voraussetzung dafür, dass Bindung und Autonomie entstehen können: Das Bedürfnis nach Gesehenwerden. Mit dem Gesehenwerden, wird das Erleben von Bindung und Autonomie nämlich überhaupt erst möglich.
Und das ist bei uns allen so.
Das schöne daran: Wenn wir das erst einmal verstanden haben, geht es nicht mehr darum, wer etwas richtig oder falsch gemacht hat. 
 
Wir haben stattdessen erlebt, erfahren, und immer wieder beobachtet, dass es gelingen kann, aus der Krise, aus den Abhängigkeiten herauszukommen und in gesunder Eigenständigkeit eine neue und tiefere Verbundenheit wachsen zu lassen.

Bei uns selbst ebenso wie in unserer Arbeit mit Paaren haben wir erfahren, wie viel leichter es fällt, sich selbst und einander zu verstehen, wenn die Ebene unserer Bedürfnisse bewusst ist.
Wir wissen, dass es möglich ist, miteinander in die Liebe zu kommen und einander aus frei willigen Herzen zuzuwenden. Und wenn wir das zugrunde liegende Muster, die Dynamik in der Beziehung erst einmal verstehen, ist es gar nicht mehr so schwer.
In den kommenden Folgen unseres Blogss findest Du
– jede Phase der Verliebt-Verlobt-Verheiratet-Modells erklärt, und die Phasen auf dem Weg durch und schließlich aus der Krise in eine neue und tiefere Verbundenheit durch Eigenständigkeit 


So kannst Du
– leicht verständlich in wenigen Abschnitten nachvollziehen, wie sich langjährige Beziehungen und Partnerschaften in den meisten Fällen entwickeln,
– und Impulse zum eigenständigen Bearbeiten und Integrieren für dich mitnehmen
 
Wir freuen uns, wenn wir Dich und Euch ermutigen können, Euch mit frei willigen Herzen einander zuzuwenden.