
9. Kapitel unserer Blog-Reihe „Verliebt, verlobt verheiratet – und dann? Ohne Grenzen kein Raum.
An diesem Beispiel wird klar:
Darum ist es wichtig, Räume zu gestalten:
Wenn wir mit Blick auf Beziehung von Räumen sprechen, so meinen wir damit:
- innere Räume, also sinnbildliche Räume, z.B. bist du ein eigener individueller Mensch mit ganz eigenen Gedanken, Bedürfnissen und Wegen, diesen zu folgen.
- äußere Räume, also die reale Umgebung: z.B. die Zimmer der gemeinsamen Wohnung, oder auch nur ein Bereich innerhalb eines Zimmers, z.B. ein Arbeitsplatz, ein Lesesessel, …
- Zeiträume, innerhalb dessen innere und äußere – eigene und gemeinsame -Räume gestaltet werden.
Fange also am Besten damit an, dir deinen eigenen Raum bewusst zu machen.
Gestaltung des inneren Raums
Nimm dir hierfür doch einmal ein Stündchen Zeit für dich. Lege dir einen Stift und ein Blatt Papier zur Hand und schreibe auf, was dir dazu einfällt: Wenn du auf deine eigenen Bedürfnisse blickst, auf das, was du gerne tust, was dir wichtig ist, was du allein tuen willst oder auch musst, und worüber du dich freust, es in Gemeinschaft zu machen.Solch eine Liste kann dann z.B. so aussehen:
- Arbeiten (muss ja schließlich sein)
- ein Buch lesen
- Yoga
- essen
- schlafen
- einfach chillen und niemanden sehen und hören
- mich abreagieren, wenn ich wütend bin
- spazieren gehen (zu zweit)
- joggen (allein)
- Duschen, Baden
- Sex haben (mit mir allein)
- Sex haben (gemeinsam)
- heimwerken
- Musik machen
- mit Freunden telefonieren
- Social Media
- am PC gamen
- …
Was auch immer deinen persönlichen Bedürfnissen und Wichtigkeiten entspricht: schreib es es auf. Du siehst schon: wenn du einmal bewusst darüber nachdenkst, ergibt sich fast von selbst, wo du gern Zeit und Raum für dich alleine haben möchten, und wo du dich über gemeinsame Zeit und gemeinsamen Raum freust. Nun hast du schon eine gute Grundlage für die
Gestaltung des äußeren Raumes:
Zeichne doch einmal den Grundriss der gemeinsamen Wohnung auf. Was erlebst du in den verschiedenen Bereichen eurer Wohnung? Nimm verschiedenfarbige Stifte zu Hand und tragen in die Grundrisszeichnung ein: Wo in der Wohnung ist für dich „mein“ Bereich? Die Ecke, das Zimmer, wo du sagen kannst: „Ja, hier fühle ich mich wohl und sicher.“ Oder auch: „Hier kann ich zur Ruhe kommen.“ Oder auch: „Hier mag ich es, wenn wir uns begegnen.“ Oder: „Hier komme ich richtig in Aktion.“ Was auch immer deinen Bedürfnissen nach eigenem Raum entspricht. Möglicherweise gibt es eine Ecke, ein Bereich oder ein Zimmer, wo du gerne sagst: „Hier funkt mir keiner rein! Hier darf nur ich verändern und gestalten.“ Oder ist dir das vielleicht gar nicht so wichtig? Spür da ruhig einmal hin, wie es wirklich ist!
Je nachdem, ob ihr über eine große Wohnung, ein großes Haus mit vielen Zimmern verfügt, oder ob ihr euch eine kleine Einzimmerwohnung teilt, können nun ganze Zimmer, vielleicht aber auch einfach ein Bord eines Regals und dein Lieblingsstuhl „Dein Raum“ sein, in dem du bestimmte Dinge gern erlebst oder tust.
Und schließlich: Gestaltet euch Zeiträume, um miteinander zu sprechen. Und zwar über Wesentliches:
Über das, was deinen inneren Raum ausmacht. deine Bedürfnisse, Wünsche, Visionen, Ängste. Vielleicht lösen sich darüber ja sogar langjährige Missverständnisse auf. (Denke nur an die obere Brötchenhälfte, die wir so oft dem Partner überlassen, weil wir denken, er oder sie möge diese lieber als die untere Brötchenhälfte!). Tausche dich mit deinem Partner über eure jeweiligen Raumbedürfnisse aus. Vielleicht gibt es Überschneidungen oder Raumkonflikte? Wie lassen sich diese lösen? Welche Ideen lassen sich entwickeln? Vielleicht lässt sich z.B. die Nutzung des Regals im Wohnzimmer anders aufteilen? Und vielleicht lassen sich Zeiträume vereinbaren, in denen derselbe Bereich einmal „mein“ Raum und einmal „dein“ Raum ist?
