
In der letzten Folge haben wir vom „Zu sich selbst kommen“ als ersten wichtigen Schritt „In die Liebe kommen“ gesprochen. Und zwar zuerst einmal für dich selbst. Und das ist wichtig.
Es ist an dieser Stelle egal, ob du dein „In die Liebe kommen“ für dich selbst allein gehst, oder ob dein Partner „mitzieht“, und sein „In die Liebe kommen“ für sich selbst auch geht.
Es ist aber wichtig, dass du in die Liebe für dich selbst kommst.
Ohne diesen Schritt werden die weiteren Schritte nicht möglich. Eigenständigkeit geht nur, wenn du es selbst machst. Eigenständigkeit geht nur, wenn du loslässt. Wenn du aufhörst, deinen Partner für dein Wohlergehen verantwortlich zu machen. Eigenständigkeit geht nur, wenn du aufhörst, dich für das Wohlergehen deines Partners verantwortlich zu fühlen.Und erst dann ist der nächste Schritt möglich: Das „in die Liebe kommen“ für deine Partnerin/deinen Partner.Vielleicht sagst du jetzt: aber ich liebe sie oder ihn doch! Und ganz bestimmt hast du damit auch recht. Denn über die Aspekte an deinem Partner hinaus, in die du dich einst verliebt hast, sind bestimmt die einen oder anderen Aspekte hinzugekommen, die du an deinem Partner schätzt und gern hast.
Aber jetzt geht es darum, Liebe weiter zu denken, weiter zu begreifen, als wir es bisher gewohnt sind. Denn „In die Liebe kommen“ bedeutet – ganz allgemein gesprochen:
Und das bedeutet hier: So, wie du ein Mensch bist, der offengebliebene Sehnsucht nach dem Gefühl des grundsätzlichen Genährtseins in sich trägt, ist auch dein Partner, deine Partnerin solch ein Mensch. So wie du so lange in einer Schräglage durchs Leben gelaufen bist, ist es auch deine Partnerin. So wie du schon früh in deinem Leben Muster und Strategien entwickelt hast, mit dieser Schräglage umzugehen, hat auch sie oder er Muster und Strategien entwickelt.
So wie du herausgefordert bist, deine eigenen Muster und Überlebensstrategien in Liebe anzusehen und zugleich auf heutige Lebensdienlichkeit zu überprüfen, so ist es auch dein Partner. So, wie du nicht Verantwortung für ihn übernehmen kannst oder Verantwortung für dich und deine Eigenständigkeit von ihm fordern kannst, kann auch er das nicht.
So, wie du nun deinen Raum und deine Mitte brauchst, um in die Liebe für dich zu kommen, so braucht auch deine Partnerin ihren Raum.
Und das wird umso leichter, je mehr du in die Liebe für dich selbst kommst, und je mehr du in deine Mitte kommst. Und daraus resultierend, je mehr du in die Liebe auch für deinen Partner kommst, und sie oder ihn annimmst, wie du ihn gerade wahrnimmst. Auf diese Weise schließt sich ein Kreis, denn je mehr du dich in Liebe annimmst, umso mehr kannst du sie oder ihn in Liebe annehmen, umso mehr kannst du wiederum euch beide in Liebe annehmen, als das, was ihr beide seid: Menschen mit der Sehnsucht danach, vom Leben genährt zu sein. In Liebe angenommen zu sein. In Liebe zu sein.
Je mehr es dir gelingt, in die Liebe zu kommen, umso selbstbewusster – also umso deiner selbst bewusster – kannst du deinen und euren Raum gestalten. Wie das geht, darüber sprechen wir in der nächsten Folge unserer Blog-Reihe „Verliebt, verlobt, verheiratet, und dann?“
