Wenn Ihr zu uns kommt mit euren Beziehungs­themen, ist Eines ganz klar:

Es geht es um euch und eure Bedürfnisse. Eure Bedürfnisse nach Nähe, nach Lebendigkeit, Sexualität, nach mehr Zeit für sich selbst oder auch zusammen zu zweit.

Wahrscheinlich seid auch ihr miteinander in eurer Partnerschaft oder Beziehung an einen Punkt gekommen, an dem einer von euch, oder auch beide, sich nicht mehr in euren Bedürfnissen so gesehen fühlt, wie ihr es euch wünscht.

Vielleicht habt ihr bereits angefangen, euch in Streitereien über Alltägliches zu verlieren, vielleicht macht Ihr euch gegenseitig Vorwürfe, oder fühlt euch falsch, weil ihr fürchtet, nicht zu genügen oder im Gegenteil: zu viel zu verlangen.

„Ich habe das Gefühl, Du willst keine Nähe mit mir.“

„Ich fühle mich nicht von dir gesehen…“

Vielleicht habt ihr bereits nach Auswegen gesucht, um der Erfüllung eurer Bedürfnisse irgendwie näher zu kommen, habt vielleicht mehrfach versucht, euch zu trennen, vielleicht ist auch schon einer von euch oder beide fremdgegangen.

Vielleicht habt Ihr das Gefühl, euch im Alltag verloren zu haben.

„Du engst mich ein.“

Es kann aber auch sein, dass alles bei euch ganz harmonisch ist. So harmonisch, dass ihr so allmählich spürt, dass es euch schwerfällt, euch mit Bedürfnissen zeigen, die in Eure Harmonie nicht zu passen scheinen. Wie auch immer es bei euch ist – so viel können wir euch aus persönlicher und therapeutischer Erfahrung sagen:

Nichts davon ist falsch. Nichts davon ist unnormal.

Nahezu alle Paare kommen früher oder später an diesen Punkt. Auch wir waren da…

Viele Paare bemühen sich dann darum, dass sie wieder besser miteinander kommunizieren lernen, versuchen, wieder mehr Zeit miteinander verbringen oder weniger miteinander zu streiten.

Auch daran ist nichts falsch. Oft hilft das eine Weile. Bei vielen Paaren aber kommen die Probleme wieder. Manchmal schlimmer als zuvor.

 „Wenn ich mich auf dich verlasse, bin ich selber verloren.“

„Ich kann deine Erwartungen nicht erfüllen.“

Was wir euch sagen können: Im Kern liegt es nicht daran, dass ihr „falsch miteinander kommuniziert“, dass „von Natur aus“ nach ein paar Jahren die Luft raus wäre, oder ihr als Mann und Frau euren Platz und eure Rolle finden müsstet.

Homosexuelle Paare, die zu uns kommen, kämpfen übrigens mit genau den gleichen Problemen, der Erfüllung ihrer Bedürfnisse Raum zu geben, wie heterosexuelle Paare.

Es liegt nicht daran, dass ihr oder eure Beziehung besser „funktionieren“ müsste. Menschen wollen nicht funktionieren.

Die meisten Menschen möchten sich gesehen und beantwortet fühlen in ihren Bedürfnissen. Und das beginnt nicht damit, „noch besser“ zu funktionieren.

Im Gegenteil: Noch besser funktionieren zu wollen, bringt uns oft dazu, uns von uns selbst zu entfernen und uns selbst weiterhin zu übergehen.

Warum biografisch orientierte Paar- und Psychotherapie?

Wenn zwei (oder mehrere) Menschen eine Beziehung miteinander eingehen, tun sie das nicht als unbeschriebenes Blatt.

Menschen lassen sich darum nicht einfach so „umprogrammieren“, damit sie „besser funktionieren“.

 „Menschen wollen nicht funktionieren, sie wollen sich gesehen fühlen.“

Wir alle möchten uns geliebt fühlen. Und dafür tun wir oft das absurdeste, was Menschen tun können: wir verurteilen und verleugnen die Anteile in uns, die wir für keiner Liebe würdig halten. Wie soll es da gehen, sich geliebt zu fühlen?

Jede und jeder von uns Menschen bringt jeweils eine eigene Geschichte mit. Unsere Biografie spielt dabei eine entscheidende Rolle. Denn hier haben wir gelernt, wie und auf welche Weise wir vermeintlich mit unseren Bedürfnissen und den Bedürfnissen anderer umzugehen haben.

Hier haben wir mitunter die inneren Muster erlernt, die uns lange Zeit geholfen haben, zu überleben. Darum ist es wichtig, dass wir unsere Lebenswege verstehen lernen. Aus ihnen hat sich ergeben, wie wir heute sind und wie wir heute handeln.

Unabhängig davon, ob ihr zusammenbleibt, oder künftig getrennte Wege geht, ist es wichtig, mit sich selbst und auch miteinander in Frieden zu kommen.

„Uns geht es nicht primär darum, eine Beziehung unbedingt zusammenzuhalten. Auch Trennung kann ein richtiger Weg sein.“

Es beginnt damit, sich selbst zu sehen und sich mit den eigenen Bedürfnissen wertzuschätzen und den eigenen Lebensweg zu würdigen. Das vorrangige Ziel ist es, jeden einzelnen in seiner Eigenständigkeit und in seinem Wachstum zu stärken, so dass Abhängigkeiten und Verschmelzungen sich lösen können.

Es ist wichtig, wieder zwei eigenständige Menschen zu werden, um sich dann neu zu begegnen. So wächst ein größeres Verständnis für Dich selber, aber auch für den anderen.

Und wenn Du einmal angefangen hast, Dich selbst zu sehen, wirst Du Dich nicht mehr verlieren. Das macht biografisch orientierte Paartherapie nachhaltig.

Dadurch, dass Du Dich selbst besser verstehst, siehst und Dir selbst mehr gerecht wirst, wird mehr Raum frei, auch Deine*n Partner*in in seinem/ihrem So – Sein zu sehen, wie er/sie ist.

Stabile, erfüllende Paarbeziehungen setzen eine gute Beziehung zu sich selbst voraus.

Unser zentrales Anliegen ist es deshalb, euch bei der Entwicklung einer gesunden und stabilen Selbstbeziehung zu unterstützen. Auf diese Weise verringert sich die gegenseitige Abhängigkeit, mehr Eigenständigkeit,  eigenverantwortlichkeit und Liebe kann sich entfalten.

Mehr Verständnis für den Partner in seinem Wesen und seinem Sein. Zuwendung kann nun geschehen aus freiwilligen Herzen.