Verliebt, verlobt verheiratet – In die Liebe kommen, Wachstum in die Eigenständigkeit
Zusammenfassung
5. Kapitel unserer Blog-Reihe "Verliebt, verlobt, verheiratet, und dann?"
Wenn Paare in der Krise bereit dafür werden, über die Patt-Situation hinauszuwachsen, ist erst zuallererst einmal Trennung angesagt. Nicht von der Partnerin oder dem Partner, sehr wohl aber die Trennung von der alten Vorstellung, wie Beziehung funktioniert.

Und dennoch:
Dass es wieder wird, wie in eurer Anfangszeit, das möchten wir Euch eigentlich nicht wünschen. Denn das, was Ihr nun – jede und jeder für sich, und Ihr gemeinsam als Paar – entwickeln könnt, das ist nicht die Wiederholung dessen, was Ihr einst miteinander erlebt habt. Und das ist gut so, denn sonst würdet Ihr weiterhin aus Eurer alten Schräglage heraus agieren, statt euch weiterzuentwickeln. Ihr würdet genau da landen, wo Ihr mit der Zeit in der Verheiratet-Phase gelandet seid: In einer Krise, in einer Patt-Situation oder wie auch immer Ihr die „Und dann?“-Phase nennen würdet.
Es ist wertvoll und wichtig, sich an diese Verliebt- und Verlobt-Gefühle zu erinnern, denn sie sind starke Referenzerfahrungen für das, worum es eigentlich geht: Aus dem Fühlen ins Sein zu kommen. Aus meinem Mich-in-meiner-Mitte-Fühlen“ in mein wirkliches „In-meiner-Mitte-Sein“ zu finden. Aus dem stets abhängigen „Es-erfült-sich-meine-Sehnsucht“ in mein eigenständiges „Ich-übernehme-Verantwortung-für-meine-Bedürfnisse.“ hineinzuwachsen. Aus dem Ver-liebt-Sein in die Liebe zu kommen.
Das Gemeine daran ist:
Nein, es geht um eine andere Trennung: Es geht darum, Dich von der alten Vorstellung zu trennen, wie Beziehung funktioniert. Denn das haben wir im 4. Kapitel „Und dann?“ erkannt: Das gegenseitige Verantwortung-füreinander-Übernehmen hält Euch beide in der Schräglage gefangen.
Und es ist wahr: Die Vorstellung loszulassen, dass der eine für das Glück des anderen verantwortlich ist, kann erst einmal richtig schmerzhaft sein. Tatsächlich ist das nicht nur in Paarbeziehungen, sondern auch in der Beziehung von erwachsenen Kindern und ihren Eltern einer der größten, wenn nicht der größte Entwicklungsschritt, den Menschen auf dem Weg des „In-die-Liebe-kommens“ machen können. Es gibt viele, viele Menschen, denen dieser Schritt richtig, richtig schwer fällt.
Denn in dem Moment, wo Du loslässt, wird Dir (vielleicht erstmals in Deinem Leben) Deine innere Schräglage erst so richtig spürbar und bewusst.
Es kann unwahrscheinlich hilfreich sein, diese Schritte nicht allein zu gehen, sondern sich begleiten zu lassen. Von guten Freunden, die diesen Schritt bereits gegangen sind, ja, vielleicht sogar von professionellen Lebensbegleitern, Therapeutinnen und Therapeuten, Coaches, Seelsorger/innen, Mentor*innen oder wer auch immer geeignet und verfügbar ist.
Hier an dieser Stelle möchten wir Dir vor allem Mut machen, von alten Glaubenssätzen und Vorstellungen loszulassen, was es bedeutet, in Beziehung zu sein.
Plötzlich wird es Dir möglich, Deine Partnerin/ Deinen Partner in einem ganz neuen Licht zu sehen:
Sie oder ihn wahrzunehmen, wie sie/er ist. Dein Gegenüber mit allen Licht- und Schattenseiten zu sehen, anzusehen, anzuerkennen und zu würdigen, ein Ja zu ihr/zu ihm zu haben, weil Du ein klares Ja zu Dir selbst hast, Dich selbst siehst, anerkennst und würdigst. Es wird Dir möglich, in die Liebe zu kommen. Dafür lohnt es sich, durch den Schmerz zu gehen, den die Trennung, das Loslassen von alten Beziehungsvorstellungen verursacht.Wie aber kann das gelingen?
Ein Freund von uns zitiert oft den Satz: „Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn ich es ändere. Aber wenn ich nichts ändere, kann auch nichts besser werden.“
Es lohnt sich also wirklich, alte Beziehungsvorstellungen loszulassen!

Eilert Bartels & Gemini
Eilert Bartels
mit Untestützung von Gemini
Eilert Bartels
Eilert Bartels & Gemini